Kundenbewertungen

Basierend auf 35 Bewertungen

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rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Daitoshi - DE
Hans dampft durch die Stadt
Willkommen in der Stadt des Dampfs. Die Spieler sind stolze Besitzer eine Fabrik, mit welcher sie verschiedene Rohstoffe oder Anderes produzieren, damit sie mit ihrem Magnaten (Spielfigur) in der Stadt verschiedene Aktionen durchführen können. Dabei wird dieser im Kreis auf dem innersten Rondell bewegt und kann je nach Zielfeld entweder die Stadt erweitern, einen Bezirk elektrifizieren, mit anderen Städten Handel treiben oder seiner Fabrik neue Errungenschaften hinzufügen. Das geht allerdings nicht, ohne dass die Umwelt zerstört wird. Bei jeder Aktion muss ein Gebiet "ausgebeutet" werden, indem man ein entsprechendes Plättchen in seine Fabrik legt und gleichzeitig einen Arbeiter dieser Farbe erhält. Solange man nur ein Plättchen von jedem Gebiet hat, soweit kein Problem. Sobald man aber mehr als eines hat, werden die Produktionsmöglichkeiten in der Fabrik eingeschränkt oder verteuert. Es gibt zwar Möglichkeiten, diese Plättchen wieder loszuwerden, diese sind aber recht begrenzt. So steht man oft vor dem Dilemma, eine Aktion eigentlich durchführen zu wollen, dafür aber ein Plättchen nehmen zu müssen, von welchem man bereits eines hat. Gleichzeitig muss bedacht werden, ob man nun eine Aktion durchführen möchte, mit welcher man Wasser oder Kohle erhält. Denn nur wenn dies in einem ausgeglichenen Verhältnis geschieht, wird Dampf produziert - die Energiequelle, ohne welche die Fabrik stillsteht und auch sonst alle Felder-Boni, auf welche man Arbeiter einsetzen kann, unzugänglich sind.

Soweit so gut. Neben dem Magnaten im Rondell befehligt der Spieler noch vier Pilger, welche auf den Pfaden der vier ausgebeuteten Gebiete unterwegs sind. Je weiter diese fortschreiten, desto mehr Punkte erhält der Spieler am Spielende für bestimmte Voraussetzungen. Es lohnt sich also, sein Auge auch darauf zu werfen, welchen Pilger man auf die Reise schicken möchte. So schön diese Idee ist, so aufgesetzt wirkt sie, denn sie hat mit dem Spiel sonst überhaupt keinen Berührungspunkt.

Das Spiel ist sehr modular aufgebaut. Die einzelnen Bezirke mit ihren Aktionen können in jedem Spiel anders ausgelegt werden, auch die Handelsbelohnungen und die zu erwerbenden Errungenschaften ändern immer wieder. Leider liegt genau hier auch ein Problem. Nur durch den Erwerb von Errungenschaften kann die eigene Fabrik Rohstoffe produzieren. So kann es sein, dass ein Spieler genau jenen Rohstoff, den er benötigt, um überhaupt Errungenschaften zu erwerben, im ganzen Spiel nicht produzieren kann. Hier würde ich mir ein ausgewogeneres Spielerlebnis wünschen.

Das Ungleichgewicht zwischen dem Zwang, Gebietsplättchen aufnehmen zu müssen und der Möglichkeiten, diese wieder loszuwerden, wie der doch recht grosse Glücksfaktor bei der Auslage der Errungenschaften führen zum Punkteabzug bei einem Spiel, welches einige schöne Ideen (die Wasser-Kohle Dynamik bei der Dampfproduktion) mit sich bringt.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Arborea - DE
Farbenfrohes Euro
Für Freunde von gedeckte Farben ist dieses Spiel definitiv nicht geeignet. Auf dem sehr bunten Spielplan ist es teilweise schwierig, die Übersicht zu behalten. Das ist schade, denn das Spiel wäre von den Mechaniken her gut.

Wir schicken unsere Dörflinge in verschiedene Landschaften, wo sie Ressourcen sammeln, Wesen anlocken und einladen und den Eremiten Geschenke bringen. Soweit nichts Neues am Horizont, etwas Workerplacement, Puzzlen beim Aufbau des eigenen Reservats und Siegpunkte sammeln. Was Arborea anders macht ist erstens die Bewegung der Dörflinge. Sie werden auf eine Wanderleiste gestellt und mit dieser bewegt, nachdem ein Spieler einen weiteren Dörfling darauf gestellt und seinen Zug beendet hat. Nach jeder Bewegung der Leiste dürfen die Figuren darauf abspringen und im nächsten eigenen Zug aktiviert werden. Zweitens sind gesammelte Ressourcen und angelockte Wesen Allgemeingut, das heisst, was ich in meinem Zug nicht verbrauche, kommt den Mitspielern zu gut. Diese beiden Kniffe lassen den Kopf rauchen: auf welche Wanderleiste stelle ich meinen Dörfling, wann lasse ich ihn abspringen und möchte ich wirklich Wesen anlocken und Ressourcen sammeln...

Alles in Allem ein gutes Spiel, welches vom Design erschlagen wird. Etwas weniger Farben hätten ihm sicher gut getan.

PS. Auf den Produktbildern sind auch Figuren einer Erweiterung abgebildet. Das ist etwas verwirrend.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Wundersame Wesen - Gigantische Bestien Erweiterung - DE
Nette Erweiterung
Mit dieser Box werden stärkere Wesenskarten und neue Kapitäne eingeführt. Wenn man eine gewisse Bedingung erfüllt hat, kann man eine solche Wesenskarte von der Auswahl in sein Reservat aufnehmen, muss dann aber noch weitere Bedingungen erfüllen, bis man sie aktivieren kann. Sie bringen dem Besitzer dann gewisse Vorteile und am Schluss Siegpunkte.

Die Idee ist nett und anders als beim Besatzung-Set verändern diese Wesen das Spiel und beeinflussen, mit welcher Strategie man versucht, den Sieg zu erringen. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob sich der Kauf lohnt, denn wirklich etwas Neues bringen die Gigantischen Bestien dann doch nicht.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Wundersame Wesen - Besatzungs-Set Erweiterung - DE
Muss man nicht haben
Mit dieser Erweiterung wird das Grundspiel um Besatzungen erweitert, welche eine einmalige Fähigkeit mitbringen. Das ist weitaus weniger, als das Spielmaterial (5x3 Holzfiguren) vermuten lässt. Denn die Fähigkeiten beschränken sich auf bereits bestehende Aktionen, welche einmalig früher oder zusätzlich durchgeführt werden können. Eindeutig eine verpasste Chance, ein schönes Spiel noch spannender zu machen. Schade. Wenigstens lassen sich die Komponenten problemlos in der Grundspielbox aufbewahren.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Scotland Yard 2024 - DE/FR/IT/EN
Kindheit- und Jugenderinnerungen
Scotland Yard ist eines der Brettspiele, welches Nostalgie auslöst. Viele Stunden sind wir um den Spielplan gesessen und haben unsere Figuren durch London bewegt. Wie gut kann ich mich an das Gefühl erinnern, als Mister X alle in die Irre geführt zu haben und mir ins Fäustchen zu lachen, weil ich mich am anderen Ende von London befand als alle anderen.

Wie Garfield sagt, sicher unterdessen etwas angestaubt, aber damals ein absolutes Highlight. Und ich bin sicher, dass es auch heute noch für viele spannende und unterhaltende Spielstunden sorgen kann.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Wundersame Wesen - DE
Wundersames Erlebnis
Wir erkunden eine Insel mit rätselhaften Kreaturen, sammeln sie und ihre Eier ein und bauen uns so ein Reservat. Je besser wir dabei die jede Partie wechselnden Ziele erreichen, desto mehr Pokale heimsen wir ein und erhalten dementsprechend am Spielende mehr Punkte. Dabei stehen uns drei Besatzungsmitglieder inklusive Kapitän und vier verschiedene Aktionen zur Verfügung. Die Regeln sind einfach, die Faszination des Spieles erwächst aus den vielen Kreaturenkarten, den daraus erwachsenen Möglichkeiten aber auch Hindernissen - wenn einfach nie die Karten kommen, welche für das Erreichen eines Zieles nötig sind, kann dies den Spielfluss stark hemmen. Dabei gibt es keine gefährlichen Kreaturen resp. Karten mit negativer Wirkung auf mein Reservat oder jenes meiner Mitspieler*innen.

Das Spielmaterial ist wunderschön, die Holzfiguren eine Augenweide und auch die Illustrationen der einzelnen Kreaturen sind liebevoll gezeichnet, wie in einer anderen Rezension bereits erwähnt ist die Schrift auf den Karten allerdings sehr klein. Die Ikonographie ist leicht verständlich und eingänglich.

Dem Spiel liegt ein Solomodus mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bei. Dieser ist einfach zu handhaben und ahmt das Verhalten eines "richtigen" Mitspielers gut nach. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass je nach Kartenglück eine Partie sehr einfach oder aber kaum zu gewinnen ist - unabhängig von der Schwierigkeitsstufe des Bots.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Die Riff Retter - DE
Meeresschutz als Euro
Mit unserem Schiff reisen wir von Insel zu Insel und können dabei mehrere Aktionen durchführen. Wir heuern Spezialisten an, erkunden den Meeresboden und werfen Riffbälle ab, um das Entstehen von neuen Korallenriffen zu ermöglichen. Gleichzeitig verbilligen abgeworfene Riffbälle das Reisen zwischen den Inseln und Meeressektoren, welche nur von Routen mit Riffball umgeben sind, werden gereinigt. Belohnungen gibt es für erfüllte Missionen, wobei diese häufig nur aus dem Anlaufen einer bestimmten Insel bestehen. Das Spiel bleibt bis zum Schluss spannend, da viele Punkte erst zu Spielende vergeben werden und es so auch zu Überraschungen kommen kann.

Riff Retter erscheint mir nicht sehr komplex, es ist eher im unteren Bereich der Kennerspiele anzusiedeln. Variabilität entsteht durch verschiedene Schifftableaus, den variablen Spielplan und unterschiedliche Zielkarten. Dabei gibt es einen kleinen Glücksfaktor - je nachdem, welche Besatzungsmitglieder oder Missionskarten zum Anheuern ausliegen, sind diese mehr oder weniger hilfreich. Das Spiel verzeiht Fehler, es gibt eigentlich nie Züge, welche man nicht sinnvoll nutzen kann.

Das Spielmaterial ist hochwertig und schön gestaltet, das Regelheft wie bereits im vorherigen Kommentar angegeben gewöhnungsbedürftig. Und hier mache ich auch die meisten Abstriche. Die Riff Retter ist ein Euro, dessen Thema wirklich gut und recht realistisch umgesetzt ist. Darum ist es schade, dass über das dem Spiel hinterlegte wichtige Thema Meeres- und Korallenriffschutz im Regelheft praktisch nichts steht. Hier wäre ein Anhang mit Informationen ein schönes Extra gewesen.

rejeanne

vor 2 Monaten
Bewertung für Produkt: Astrobienen - Ausbau des Bienenstocks Erweiterung - DE
Nur wenig Mehrwert
Eine neue Fraktion, neue Bienenstockpläne, neue Waben und Karten. Viel mehr ist in dieser Erweiterung nicht vorhanden. Die einzige wirkliche Neuerung sind die unterschiedlichen Ausbaurahmen für den Bienenstock (im Grundspiel alle identisch). Dies ist ein bisschen wenig für den verlangten Preis. Von daher ist diese Erweiterung nur für Hardcore-Bienenstock-Enthusiasten zu empfehlen.

rejeanne

vor 3 Monaten
Bewertung für Produkt: Astrobienen - DE
Workerplacement mit Witz
Auf diese Idee muss man erst kommen. Die Menschen haben die Erde zerstört (leider nicht ganz unrealistisch), die Bienen haben ihren Platz eingenommen und erkunden nun an unserer Stelle das All. Als Bienen erkunden und erforschen wir unbekannte Planeten, bauen unseren Bienenstock/Planeten mit Waben aus, schaffen Platz für neue Waben und wandeln Ressourcen in wertvolle Stoffe wie Wachs und Honig um. Bei jeder Rückkehr in den Bienenstock altern wir und können bei unserem nächsten Einsatz pro Aktion mehr leisten, bis wir als weise Bienen Aktionen mit Boni ausführen und mit Rühmen die Gunst der Königin erlangen können. Nach maximal vier Aufgaben/Aktionen fallen wir in den Tiefschlaf, blockieren dabei ein Feld im Tiefschlafabteil und ermöglichen, dass eine neue, junge Arbeiterbiene rekrutiert werden kann, denn ein Bienenvolk besteht aus maximal vier Bienen.

Aber nicht nur die Anzahl der Arbeiterinnen ist begrenzt, auch die Aktionsfelder auf dem Spielplan sind limitiert. Wenn sie bereits von einer Biene besetzt sind, wird diese nach Hause "geschubst" und altert dementsprechend. Man muss also immer abwägen, welche Aktion man wann durchführen und ob man dabei in Kauf nehmen möchte, eigene oder gegnerische Bienen dadurch zu stärken oder sogar in den Tiefschlaf zu schicken. Letzteres ist darum so wichtig, weil das Spielende eingeläutet wird, wenn im Tiefschlafabteil alle Felder belegt sind.

Der Mechanismus mit den alternden Bienen und dem "Nachhause-Schubsen" funktioniert gut und bringt strategische Tiefe in ein sonst einfach aufgebautes Spiel. Unterschiedliche Startplaneten und Fraktionen mit unterschiedlichen Fähigkeiten sowie eine ständig wechselnden Auslage an Erweiterungswaben versprechen einen hohen Wiederspielreiz. Da viele Siegpunkte erst in der Endauswertung gezählt werden, bleibt die Spannung bis zum Schluss bestehen.

Das Material lässt keine Wünsche übrig, es ist von guter Qualität. Die Spielanleitung ist gut strukturiert und verständlich. Es liegt auch ein Anhang bei, in welchem die einzelnen Fähigkeiten der Fraktionen und die Nutzen/Boni der Ausbauwaben oder Karten aufgeführt werden. Leider beschränkt sich dieser bei Letzteren darauf, den Text auf der Wabe/Karte zu wiederholen. Eine Beschreibung des Nutzens fehlt, so dass der Anhang bei Unklarheiten keinen Mehrwert bringt.

rejeanne

vor 3 Monaten
Bewertung für Produkt: Das Phönix-Projekt
Harziger Einstieg bis das Spiel läuft
Phoenix New Horizon ist ein Spiel, das es einem am Anfang nicht einfach macht. Man sollte Reaktoren bauen, um dann Gebäude errichten zu können. Gleichzeitig sollte man Siedler aussenden, um die zerstörte Erde neu zu erobern. Dies in vier Runden mit drei Mechanikern (Arbeitern), sprich 12 Zügen und praktisch ohne Benzin - die einzige Ressource im ganzen Spiel. Jede Aktion muss also genau überlegt sein, um möglichst viel herauszuholen. Erschwerend kommt dazu, dass sich die Mechaniker nur auf Aktionsfelder des Job.Tableaus bewegen können, welche auf vier Ebenen mit Kabeln untereinander verbunden sind. Wenn ich nach rechts gehe, steht mir die ganze linke Seite der Jobauswahl nicht mehr zur Verfügung und wenn mir dann noch ein Mitspieler meine geplante Aktion vor der Nase wegschnappt... Sehr viele Hürden also - in den ersten Partien.

Wenn man dann einmal verstanden hat, wie man die vielen fast omnipräsenten Boni sinnvoll nutzen kann, hat man plötzlich genügend Ressourcen und auf einmal sind Kettenzüge möglich. Der anfängliche Frust weicht einer gewissen Genugtuung. Ob dies aber für einen hohen Wiederspielreiz reicht? Ich denke nicht. Und dies, obwohl das Job-Tableau modular aufgebaut ist (die einzelnen Aktionsfelder werden zu Beginn zufällig verteilt), die Startvoraussetzungen leicht variabel sind und auch gewisse Boni auf dem Spielplan ändern. Die Abläufe sind im Grossen und Ganzen aber doch immer die Gleichen und die Strategien zum Sieg praktisch identisch. Auch das Thema will nicht so richtig zur Geltung kommen. Einerseits stimmt Vieles (ein Bau eines Reaktors gibt Energie, Gebäude führen dazu, dass man Siedler aussenden kann), aber andererseits wirkt der Mechanismus mit sich von einem Feld zum anderen hangelnden Mechanikern aufgesetzt.

Das Spielmaterial ist von guter Qualität und die Symbolik eingänglich. Leider sind zwei der Spielerfarben bei schlechtem Licht kaum voneinander zu unterscheiden und eine andere ist so dunkel, dass sie auf dem Spielbrett fast verschwindet. Ausserdem wäre es schön gewesen, wenn die Gebäude nicht einfach nur runde Holzscheiben wären.
15 / 35 Reviews
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