Stratege, Zerstörer oder Glückspilz - Wer regelmässig mit Freunden oder Verwandten zum Spielen, kennt die verschiedenen Charaktere. Manche Gesellschaftsspiele erkennt man kaum wieder, wenn man die Mitspieler auswechselt. Zu welchem Spielertyp gehörst du?

Inhaltsverzeichnis:

    Ein Abend voller Brett- oder Kartenspiele entspannt und ist zugleich lustig. Der Spass steht im Vordergrund. Dennoch enden manche Spieletreffs als Flop. Warum? Wie erfolgreich dein Spieleabend verläuft, hängt von den einzelnen Charakteren und der Spielwahl ab.

    Manche Spielertypen geraten immer wieder aneinander. Sie können sich nicht ausstehen und ziehen die ganze Gruppe runter. Meistens hängt das nicht mit Sympathie oder dem realen Leben zusammen. Die Ansichten bezüglich Gesellschaftsspiele divergieren schlicht zu fest.

    Studiere die folgenden Spielertypen. Die Übergänge sind fliessend und die Charakterzüge überzeichnet. Dennoch hilft es dir bei der Wahl, was am nächsten Treff gezockt wird. Meine subjektiven Tipps darfst du gerne in den Kommentaren ergänzen.

    Spass, Trolle oder Sieger?

    Bevor wir uns den neun spezifischen Charakteren widmen, teilen wir sie grob in drei Kategorien ein: Spassspieler, Trolle und Siegertypen. Es gibt keine Zauberformel, wie sich die perfekte Gruppe zusammensetzt. Auf vier Personen sollte aber maximal ein Troll dabei sein.

    Die verschiedenen Spielertypen nach Gruppen

    Naturgemäss uns gesellige Spielertypen sympathisch. Aber ich garantiere dir: Treffen sechs gesellige Spieler aufeinander, wirds lahm. Die besten Runden leben von unterschiedlichen Charakteren, kleinen Nicklichkeiten und spannenden Spielen.

    Wie dir wahrscheinlich aufgefallen ist, verwende ich manchmal die weibliche und manchmal die männliche Form. Das ist schlicht meine Wahrnehmung aus der Praxis. Natürlich gibt es aber auch Frauen die Meckern und Männer, die ständig nachfragen.

    1. Die Gesellige

    Die gesellige Spielerin lädt regelmässig zum Spieletreff ein. Der Spass steht im Vordergrund. Gesellschaftsspiele sind für sie eine nette Abwechslung zum ernsten Berufsleben. Gewinnen ist zweitrangig. Dementsprechend beliebt ist die gesellige Spielerin.

    Sie zeigt sich spontan und die Spielzüge sind intuitiv. Durchdacht ist nicht viel. Sie ist zu faul, um sich eine langfristige Strategie auszuarbeiten. Mit Sätzen wie: «Ich mach einfach mal das», zieht sie gelegentlich den Zorn von Siegertypen auf sich.

    Warum gewinnen?

    Sie hat Mühe, sich in Spielertypen wie den Ehrgeizigen oder den Strategen hineinzuversetzen. Insbesondere der Ehrgeizige ist ihr ein Dorn im Auge. Sie kann nicht verstehen, dass dieser Erfolg höher gewichtet als den Spass.

    Einfach keine Kennerspiele

    Die gesellige Spielern ist sehr flexibel. Insbesondere im Genre der Familienspiele fühlt sie sich zu Hause. Sie zockt auch gerne in Teams oder in kooperativen Spielen. Was sie nicht mag, sind komplizierte Brettspiele mit langer Spielzeit.

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    2. Der Besserwisser

    Der Besserwisser ist fast immer männlich. Statt sich auf seine eigenen Aktionen zu konzentrieren, ist er um das «Wohl» der ganzen Gruppe besorgt. Die Regeln kennt er auswendig, zumindest tut er so. Seine Ratschläge sind meistens überflüssig.

    Es ist nicht einfach, mit dieser Spezies umzugehen. Eine Spielrunde von vier bis acht Personen mag einen Besserwisser vertragen, aber wehe es sind zwei dabei. Sie werden rasch zu Aussenseitern. Zeig dem Besserwisser seine Grenzen auf, bevor er den Abend ruiniert.

    Schlag ihn mit seinem eigenen Waffen, indem du ihm selbst kritische Fragen stellst. Mit vermeintlichen Profiwissen lässt du ihn verstummen. Mach es so wie die brettspielerin.de. Sie tritt dem Besserwisser selbstbewusst gegenüber, wenn dieser ihre Taktik hinterfragt:

    «Tja, das ist die neue Invasions-Strategie. Noch nicht davon gehört?»

    Der Stratege entlarvt ihn

    Der klassische Stratege versetzt den Besserwisser in Angst und Schrecken. Niemand als Besserwisser abgestempelt werden. Der Besserwisser sieht sich selber als eine Art «sozialer Stratege». Seine Art, Lektionen zu erteilen, wirkt auf die restlichen Spieler aber abstossend. Hilfreich sind sie auch nicht.

    Für den Strategen ist es ein Klacks, den Besserwisser zu entlarven. In einem sachlichen Gespräch zieht der Besserwisser immer den Kürzeren. Seine Tarnung fliegt auf. Manchmal mässigt sich der Klugscheisser. Manchmal eskaliert die Situation. Die Spassspieler müssen schlichten.

    Strategie- oder doch Glücksspiele?

    Besserwisser geben an, Strategiespiele zu lieben. Aber tun sie das wirklich? Die Glückselemente von Würfelspielen kommen ihnen durchaus gelegen. Sie sind das Futter für ihre Ratschläge. Diese lassen sich bei Glücksspielen nur schwer widerlegen.

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    Wenn mehrere Besserwisser an einer Spielrunde teilnehmen, empfehlen sich einerseits nonverbale Spiele wie zum Beispiel «Take it Easy». Aber auch Team- bzw. kooperative Spiele sind geeignet, impulsive Gemüter zu bändigen.

    3. Der Stratege

    Der Stratege ist angesehen und viele bewundern sein Können. Immerhin ist er in der Lage seine Mitspieler in Grund und Boden zu spielen. Er ist äusserst erfahren. Wenn der Stratege die Spielregeln liest, legt er sich bereits seine persönliche Taktik zurecht.

    Weniger beliebt ist sein Zeitverbrauch. In Gedanken versunken, denkt er mehrere Züge voraus und muss dabei Aktionen der Gegner miteinbeziehen. Meistens ist er schuld, wenn ihr die angegebene Spielzeit auf der Schachtel (massiv) überschreitet.

    Gegen den Zerstörer ist er machtlos

    Der ärgste Widersacher des Strategen ist der Zerstörer. Dabei wandeln sich Strategen manchmal selbst zu Zerstörern. Der Zerstörer macht die langfristige Taktik zunichte. Der Stratege liegt zwar in der Endabrechnung fast immer vor ihm, aber das ist ein schwacher Trost.

    Rassige Kartenspiele helfen

    Der Stratege liebt Kennerspiele. Für ihn kann es nicht kompliziert genug sein. In eurer Spielrunde gilt es, Kompromisse zu finden. Wie bringt man den Strategen dazu, nicht stundenlang zu überlegen, ohne dass er selbst gelangweilt ist?

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    Rassige Kartenspiele eignen bestens, um Brücken zu schlagen. Spiele wie «7 Wonders» faszinieren Spassspieler sowieso Strategen zugleich. Setze einem Strategen aber nie ein reines Glücksspiel vor. Er wird dich dafür hassen.

    4. Der Glückspilz

    Unser Sachverstand weiss, dass es diesen Spielertypen eigentlich nicht gibt. Glück gleicht sich langfristig aus. An wenigen Spieleabenden kann der Zufall aber durchaus den einen Teilnehmer bevorzugen. Beim sogenannten Glückspilz läuft alles wie am Schnürchen.

    Besonders wenn Würfel im Spiel sind, trifft er immer ins Schwarze. Der Pasch ist für ihn ein Kinderspiel. Wenn eine kleine Zahl gefordert ist, erhält er sie. Der Glückspilz ist dementsprechend fröhlich gestimmt und ist vor allem bei der Spassfraktion beliebt.

    Wenn bei euch ein Spieler immer Glück hat, habt ihr es mit dem Wolf im Schafspelz zu tun. Er ist kein Glückspilz, sondern ein bescheidner Stratege. Er will euch nicht zum Narren machen. Deshalb verzichtet er auf strategische Erklärungen und sackt mit einem stillen Lächeln den nächsten Sieg ein.

    Dir gönn ich gar nix

    Der Glückspilz hasst denn Meckerer. Dieser mag ihm nämlich nichts, aber auch gar nichts gönnen. Dem klassischen Glückspilz ist Gewinnen nicht so wichtig. Die Unterhaltung steht im Vordergrund. Wird aber der Stratege zu Unrecht als Glückspilz abgestempelt, sind die Reiberein vorprogrammiert.

    Würfel- und Kartenspiele

    Glückspilze mögen Würfelspiele. Sie gewinnen allerdings selten, weil sie meistens den Bogen überspannen. Sie zeigen sich auch gegenüber Kartenspielen offen. Waschechte Strategen und Glückspilze an einem Tisch? Ja, das geht!

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    Selbst Familien- oder anspruchsvolle Kinderspiele vermögen den Glückspilzen zu begeistern. Um eine ernste Spielrunde mit ihm am Leben zu halten, empfehle ich «Darwin’s Dice». Das Schweizer Kartenspiel vereint ein spannendes Thema mit Glück und Taktik.

    5. Die Nachfragerin

    Die Nachfragerin hat vor dem Spiel alle Regeln kapiert – sagt sie. Sobald sie den ersten Zug ausführen soll, geht es aber los: «Was muss ich tun» oder «Wie war das nochmals mit den Münzen?». Die Nachfragerin ist meistens etwas unerfahren und sitzt nur zum Vergnügen am Tisch.

    Mit ihren Fragen will sie keineswegs nerven. Vielmehr scheut sie sich, Fehler zu begehen. Hat sie alle regeltechnischen Unsicherheiten doppelt abgesichert, erkundigt sie sich nach taktischen Ratschlägen. Spätestens hier verlieren die Siegertypen die Nerven.

    Ohne zu zögern, plaudert die Nachfragerin ihre Strategie aus. Sie kann nicht verstehen, dass der Stratege bzw. Ehrgeizige erst nach dem Spiel für eine solche Analyse bereit sind. Sie reagiert daraufhin oftmals gereizt und spielt die Beleidigte.

    Der uncharmante Meckerer

    Die Nachfragerin und der Meckerer sind nie Freunde! Spätestens nach der zweiten Frage gibt der Meckerer seinen Senf dazu. Meistens tut er dies nicht sonderlich charmant. Es liegt an den geselligen Spielertypen, die Lage zu beruhigen.

    Einfache und klare Regeln

    Die Nachfragerin ist offen bezüglich der Spielwahl. Sie selbst erachtet ihr ständiges Nachhaken als normal. Die restlichen Spieler tun sich einen Gefallen, wenn sie ihr ein einfaches Brettspiel mit klaren Regeln vorsetzen.

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    Familienspiele sind dazu immer geeignet. Kennerspiele werden besser vermieden. Spontan fällt mir «Krazy Wordz» ein. Ein simultanes Wortspiel mit simplen Regeln. Die Nachfragerin hat weder einen Grund, noch hat sie die Zeit Fragen zu stellen.

    6. Der Ehrgeizige

    Für ihn zählt nur der Sieg und er ist fast immer männlich. Je nach Ausprägung ist er sogar bereit, die Spielregeln zu strapazieren. Ich habe schon genügend verbissene Spieler erlebt, die ihren Stein zu weit vorschieben, zu wenig bezahlen oder dubios würfeln.

    Wenn der Ehrgeizige mehrmals hintereinander verliert, wandelt er sich zum Meckerer oder zum Zerstörer. Schuld für sein Versagen sind immer die Anderen. Solche Abende können echt anstrengend sein. Ist er hingegen erfolgreich, agiert er wie ein König.

    Alles sind Gegner

    Gewinnen ist für ihn so wichtig, dass er alle als Gegner betrachtet. Spieltechnisch tanzt ihm der Stratege auf der Nase rum. Dieser lässt ihn oftmals alt aussehen. Mit der Geselligen kann es ebenfalls zu Diskussionen führen. Zu unterschiedlich sind ihre Auffassungen von Sieg und Niederlage.

    Hauptsache er gewinnt

    Das konkrete Spiel ist ihm völlig egal. Hauptsache er gewinnt. Wenn es für deine Gruppe unerträgliche Zustände annimmt, solltet ihr es mit Teamspielen versuchen. Hier wird die ernste Haltung des Ehrzeigen merklich abgeschwächt.

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    In Spielen wie «Avalon» oder «Werwolf» gewinnt (und verliert) der Ehrgeizige im Team. Das fällt ihm leichter. Zu Beginn kennt er nicht einmal Freund und Feind. Will er siegen, muss er sich kooperativ verhalten. Egoisten überleben das Spiel nicht lange.

    7. Der Meckerer

    Er widerspiegelt unsere Gesellschaft. Der Meckerer findet immer etwas, das ihm nicht passt. Sei es das Spielmaterial, die Regeln oder die Strategie der Mitspieler. Es gibt zwei Ausführungen des Meckerers: spassig oder ernst. Erstere ist wesentlich angenehmer.

    Der ernste Meckerer ist ehrgeizig, spielt schlecht und gewinnt fast nie. Insgeheim weiss er Bescheid, aber gegen Aussen präsentiert er sich stark. Er würfelt immer schlecht, zieht schlechte Karten und meistens hat sich die ganze Spielrunde gegen ihn verschworen.

    Der spassige Meckerer ist während dem Spielen etwas gelangweilt. Sobald der Stratege am Zug ist, hat er viel freie Zeit und diese nutzt er zum Lamentieren. Oftmals macht er sich einen Spass daraus, den Glückspilz sowie den Besserwisser aus der Reserve zu locken.

    Gesellig meckern

    Die gesellige Spielerin macht den Meckerer auf sein dauerndes Jammern aufmerksam. Das passt diesem überhaupt nicht. Schliesslich ist er das Opfer und nicht der Angeklagte. In den meisten Spielrunden geben die Geselligen nach und der Meckerer fährt mit seiner One-Man-Show fort.

    Nonverbale Spiele entspannen

    Natürlich mag er Glücksspiele. Nirgends kann er mehr jammern. Mit dieser Spezies solltest du destruktive Spiele vermeiden. Sie nehmen jede Aktion persönlich und verderben dem Rest der Gruppe den Spass.

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    Ähnlich wie beim Besserwisser setzt du am besten auf nonverbale oder Teamspiele. Aber ich möchte hier nicht illusorisch werden: Der Profi-Meckerer ist nie ganz ruhig zu kriegen. Nur bei fairen Spielen mit klaren Regeln wie zum Beispiel im Mühle, lässt er sich etwas bändigen.

    8. Die Abgelenkte

    Für Vielspieler ist sie total mühsam. Die Abgelenkte hat alles im Kopf, nur nicht das Gesellschaftsspiel. Ihr Smartphone ist immer griffbereit. Sie legt es provokativ auf die Tischplatte, sodass jeder die eingehenden Nachrichten mitbekommt.

    Die Abgelenkte ist meistens zum Spielen überredet worden. Mit Karten, Münzen und Steinen kann sie eigentlich nicht viel anfangen. Der Gruppendruck war allerdings zu stark. So sitzt sie da, ist aber nicht wirklich dabei. Sie fängt belanglose Gespräche an und fragt nach Essen.

    Ein gefundenes Fressen für den Meckerer

    Die Abgelenkte ist bei den Siegertypen und Trollen alles andere als angesehen. Der Meckerer erkennt nach wenigen Minuten, dass sie nicht am Spiel interessiert ist. Der Ehrgeizige und der Stratege verlieren nach kapitalen Fehlern die Geduld.

    Schnell und simultan muss es sein

    Ich bin geneigt zu sagen: «Lass doch einfach die Finger von Gesellschaftsspielen». Das wäre aber unfair und der Sache nicht dienlich. Vielmehr gilt es, die Abgelenkte sinnvoll zu integrieren. Bei manchen Brettspielen kann man sie zur Spielleiterin berufen.

    Spiel der Woche #7: Paku Paku Spiel der Woche #7: Paku Paku
    «1, 2, 3 - Paku Paku» und die Würfel rollen über den Tisch. Beim all jährlichen Pandatreffen ist eine ruhige Hand in einem total chaotischen Spiel gefragt....

    Die Abgelenkte braucht schnelllebige Spiele. «Paku Paku» ist ein extremes Beispiel. Das Smartphone geht in der Hektik total vergessen. Einen ähnlichen Effekt haben simultane Spiele. «Krazy Wordz» habe ich bereits weiter oben erwähnt.

    9. Der Zerstörer

    Der letzte Spielertyp ist gefürchtet. Er entsteht erst im Verlaufe eines Abends und trotzdem ist er gefährlich für jeden Spieletreff. Der Zerstörer wurde zuvor arg in seinem stolz verletzt. Sei es provokante Aktionen oder Aussagen. Daraufhin ist ihm sein persönlicher Erfolg Schnuppe.

    Er will nur noch sein Feinbild mit in den Abgrund reissen. Der Zerstörer tut alles dafür, dass sein auserkorener Gegner das Spiel nicht gewinnt. Er nimmt eigene Nachteile in Kauf, solange er dem anderen Schaden zufügen kann. Spassspieler reden von einem schlechten Verlierer.

    Eine arme Sau

    Der Zerstörer hat genau eine arme Sau im Visier. Wer das ist, hängt vom Spielverlauf ab. Ein typischer Kandidat ist der Stratege. Mit geschickten Zügen hat er den Zerstörer um seine Siegeschancen gebracht. Dieser rächt sich mit der kindlichen Aktion.

    Frust wird beim Zerstörer breit, wenn der Feind ein Glückspilz ist. Bei ihm verfehlt er sein Ziel und muss Mitansehen, wie der Glückspilz mit Leichtigkeit den Sieg einheimst. Ein süffisanter Spruch reicht nun aus, um kochenden Zerstörer in Rage zu versetzen. Die Pöppel fliegen durchs Wohnzimmer.

    Keine Rachemöglichkeiten

    Der Zerstörer hat keine typischen Spielvorlieben, da er sich erst im Laufe des Spiels in seine Rolle hineinsteigert. Zuvor war er der Ehrgeizige oder der Stratege. Glücklicherweise ist der Zerstörer leicht zu entschärfen.

    Spiele mit eliminierenden Charakter, erlauben keine Möglichkeit der Rache. Auch bei Teamspielen ist der Zerstörer ausgeschaltet. «Codenames» ist beispielsweise völlig frei von einer destruktiven Spielweise. Ärgerspieler wie «Linko» sollten dagegen vermieden werden.

    Fazit

    Es gibt unzählige Spielertypen. Die Liste liesse sich noch beliebig weiterführen: «die Kooperative» oder «der Nervöse» fallen mir spontan an. Für eine tolle Spielrunde ist ein funktionierender Mix gefragt. Wenn du zudem eine grosse Spielesammlung hast, bist du klar im Vorteil.

    Quellen:

    1. Dutzende Spieleabende
    2. brettspielerin.de
    3. brettspielbox.de