«Mühle» oder «Nünistei» gehört zu den absoluten Klassikern unter den Brettspielen. Es gibt kaum einen Familienhaushalt, indem sich dieses Brettspiel nicht finden lässt. In diesem Beitrag erkläre ich alle Regeln und verrate einige Tricks.

Inhaltsverzeichnis:

    Grundlagen des Spiels

    Anzahl der Spieler

    Mühle wird immer zu zweit gespielt. Das Spiel ist für alle Generationen spannend.

    Das Spielfeld

    Das Spielfeld besteht aus drei ineinanderliegenden Quadraten. Deren Seitenmitten sind über Geraden miteinander verbunden. Mit dieser raffinierten Konstruktion entstehen bei jedem Quadrat acht Schnittpunkten.

    Das klassische Spielfeld von Mühle.

    Die Spielfiguren

    Beide Spieler besitzen zu Beginn neun Spielsteine, die durch zwei unterschiedliche Farben voneinander zu unterschieden sind. In unseren Grafiken verwenden wir grau und schwarz.

    Ziel des Spiels

    Ziel des Spiels ist es, so viele Mühlen wie möglich zu schliessen und damit Spielsteine des Gegners vom Brett nehmen zu können, bis dieser nur noch zwei Spielsteine übrig hat.

    Die Spielregeln

    Jede Partie besteht aus drei Phasen, in denen jeweils bestimmte Regeln zu beachten sind:

    1. Setzphase

    In der Setzphase legen die beiden Spieler ihre Spielsteine abwechselnd auf das zunächst leere Spielbrett. Als Ablagepunkte dienen die acht Schnittpunkte eines Quadrates. Traditionell beginnt der Spieler, der die weissen Spielsteine hat. Wer die weissen Spielsteine bekommt, wird zuvor ausgelost.

    Mögliche Positionen bei der Setzphase.

    2. Zugphase

    Nachdem beide Spieler ihre neun Spielsteine gesetzt haben, beginnt die Zugphase des Spiels. In dieser ist es jedem Spieler erlaubt, seine eigenen Spielsteine von einem Schnittpunkt zu einem benachbarten zu ziehen. Allerdings müssen die Schnittpunkte, auf die gezogen werden soll, frei von anderen Spielsteinen sein. Auch in dieser Phase wechseln sich die beiden Spieler mit ihren Zügen ab.

    Die Pfeile repräsentieren die Zugmöglichkeiten.

    Ein komplexeres Beispiel - Weiss ist am Zug:

    Alle weissen Möglichkeiten sind mit einem roten Pfeil gekennzeichnet.

    3. Endphase (Sprungphase)

    Die Endphase beginnt für einen Spieler, sobald er nur noch drei Spielsteine zur Verfügung hat. Er darf nun seine Spielsteine von einem beliebigen Schnittpunkt zu einem freien anderen bewegen. Es ist also nicht mehr zwingend notwendig, dass Schnittpunkte, auf die gezogen werden soll, benachbart sind.

    Wenn beide Spieler nur noch drei Steine besitzen, befinden sich beide in der Sprungphase. Hier ist der Spieler mit der Initiative klar im Vorteil. Mit anderen Worten: Wer die erste Mühle zu schliessen, droht wird schlussendlich mit einer Doppeldrohung gewinnen.

    In folgendem Beispiel darf Weiss, da er nur noch drei Steine hat, mit einem beliebigen seiner Steine auf ein freies Feld (rot markiert) springen:

    Weiss hat nur noch drei Steine und darf deshalb Springen.

    Weiss muss unbedingt eine Drohung abwehren – sonst verliert er. Finden Sie den besten Weissen Zug? Lesen Sie dazu die ganzen Mühlespielregeln zu Ende und schreiben Sie die Lösung anschliessend in die Kommentare.

    Mühlen bilden

    Eine Mühle entsteht, sobald drei Spielsteine einer Farbe auf einer Geraden nebeneinander liegen. Dies gilt sowohl für vertikale, als auch für horizontale Geraden.

    Eine horizontale Mühle

    Eine senkrechte Mühle

    Wenn ein Spieler eine Mühle bildet, darf er einen Spielstein des Gegners vom Spielbrett nehmen. Der gegnerische Spielstein, welcher entfernt werden soll, darf sich allerdings nicht in einer Mühle befinden!

    Das Bilden von Mühlen ist in allen drei Phasen des Spiels möglich, sodass man bereits während der Setzphase Spielsteine des Gegners «eliminieren» kann.

    Sonderfälle

    1. Im Prinzip dürfen keine Steine aus bestehenden Mühlen genommen werden. Nach offiziellen Turnierregeln ist dies jedoch erlaubt, wenn kein anderer Stein zur Verfügung steht. Beispiel: Bei sechs Steinen und zwei Mühlen, darf man die eine Mühle zerstören.
    2. Werden während der Setzphase durch einen Spielstein zwei Mühlen gleichzeitig gebildet, darf dennoch nur ein Spielstein des Gegners entfernt werden.

    Ende des Spiels

    Das Ende des Spiels ist erreicht, sobald eines der folgenden Szenarien eintritt:

    •  Ein Spieler hat weniger als drei Spielsteine auf dem Spielbrett (dieser Spieler hat verloren).
    • Ein Spieler kann keinen legalen Zug mehr ausführen, obwohl er an der Reihe ist (dieser Spieler hat verloren).
    • Es wird nach insgesamt 20 Spielzügen von keinem der beiden Spieler eine Mühle gebildet (Unentschieden).
    • Es wird dreimal in Folge die gleiche Stellung der Spielsteine erreicht (Unentschieden).

    Strategien für Mühle

    Im Prinzip geht es darum, möglichst viele Mühlen zu bilden und dabei die Mühlen des Gegners zu blockieren.

    Gerade gegen unerfahrene Gegner funktionieren folgende Strategien sehr gut:

    Beweglichkeit in der Setzphase

    Zielen Sie in der Setzphase nicht primär darauf ab, Mühlen zu bilden. Es ist strategisch klüger auf Flexibilität und Beweglichkeit der eigenen Spielsteine zu achten. Was nützt es Ihnen, mehr Spielsteine zu besitzen, wenn Sie nicht mehr ziehen können?

    Zwei offene Mühlen legen

    Versuchen Sie, zwei offene Mühlen zu erzeugen. Ihr Gegner kann eine Doppeldrohung nicht mit einem Zug verhindern und so verliert er zwangsläufig einen Spielstein. Es ist oftmals besser, eine zweite Drohung aufzustellen, bevor man die erste Mühle schliesst.

    Am besten gelingt Ihnen dies, indem Sie zunächst zwei gegenüberliegende Seiten eines unbesetzten Quadrats belegen. Im nächsten Zug ziehen Sie einen weiteren Spielstein auf eine der beiden anderen Ecken desselben Quadrats. Kurz: Sie besetzten drei Ecken eines Quadrats.

    Blockade

    Viele Spieler vergessen, dass man nicht nur das Bilden von Mühlen gewinnt, sondern auch durch die vollständige Blockade. Behalten Sie diese Möglichkeit immer im Hinterkopf!

    Zwickmühle bilden

    Eine Zwickmühle beschreibt eine Situation, in der man mit einem Spielstein immer wieder zwischen zwei Mühlen Hin und Her ziehen kann. Dadurch kann man dem Gegner in jeder Zugrunde einen Spielstein abnehmen. Die Bildung einer Zwickmühle ist daher äusserst erstrebenswert.

    Die Zwickmühle ist eine raffinierte Sache!

    Kreuzungen in der Mitte besetzen

    Um die Beweglichkeit der Spielsteine sicherzustellen, ist es ratsam, die Kreuzungen in der Spielmitte zu belegen. Von dort aus hat man viele Zugmöglichkeiten und kann damit flexibel auf die Aktionen des Gegners reagieren.

    Vorsicht beim Mühle schliessen

    Eine Mühle schnell zu schliessen, ist nicht immer der sinnvollste Weg. Gerade im innersten Quadrat kann eine geschlossene Mühle die eigenen Zugmöglichkeiten einschränken und einem im weiteren Spielverlauf schaden.

    Weitere Strategien erfahren Sie auf der Webseite muehlespieler.de. Dort untersuchen Experten das Mühlespiel auf Herz und Nieren. So werden beispielsweise Endspiele mit vier gegen drei Steinen ausführlich analysiert und erklärt.

    Falls Sie alleine sind und dennoch Mühle spielen möchten, bieten sich online Angebote oder Vereine an. Besuchen Sie doch einmal den Mühlespielverein Bern oder trainieren Sie Ihre Fertigkeiten gegen unseren starken Computer. Mir gelingt es nur selten, den Computer im kostenlosen Mühlespiel zu bezwingen...

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