The Game ist ein kooperatives Kartenspiel. Als Team versucht ihr, das Spiel zu besiegen. Das ist alles andere als einfach, hat aber Suchtpotenzial! The Game wurde 2015 für das «Spiel des Jahres» nominiert.

Ein neues Spiel auszuprobieren, ist wie ein Geschenk auszupacken: Man weiss nie, was einem erwartet. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stellt spielezar.ch jede Woche ein Gesellschaftsspiel ausführlich vor. Diese Woche: «The Game»

Anzahl Spieler Altersempfehlung Spieldauer
1 bis 5 ab 8 Jahren ca. 20 Minuten

Spielablauf

Normalerweise erkläre ich in diesem Abschnitt nur den groben Spielverlauf. The Game ist aber so einfach zu verstehen, sodass ich nichts weglasse. In diesem Kartenspiel agiert man mit seinen Mitspielern. Ihr versucht, das teuflische Spiel zu bezwingen.

The Game enthält 4 Reihenkarten und 98 Zahlenkarten. In der Mitte werden zwei aufsteigende und zwei absteigende Stapel gebildet. Die Ablegeregeln sind leicht:

  • Bei einem aufsteigenden Stapel muss eine höhere Zahl gelegt werden.
  • Bei einem absteigenden Stapel muss eine tiefere Zahl gelegt werden.

Es gibt allerdings eine Ausnahme. Man darf eine Handkarte draufpacken, wenn Sie sich um 10 von der Stapelkarte unterscheidet. Damit verschafft man sich etwas Luft! Hier ein Beispiel:

Bei einem absteigenden Stapel liegt die 75 oben auf. Ich muss nun entweder eine tiefere Zahl als 75 legen oder die 85!

Ziel des Spiels ist es, als Team alle Karten abzulegen. Nur dann habt ihr gewonnen! Bei drei, vier oder fünf Spielern nimmt jeder sechs Karten auf die Hand. In der ersten Phase muss ein Spieler bei jedem Zug mindestens zwei Karten ablegen.

Anschliessend zieht man so viele Karten nach, wie man abgelegt hat. Dann folgt der Nachbar. Das Team darf sich beraten. Es ist allerdings verboten, exakte Zahlenwerte zu nennen. Erlaubt sind aber Hinweise wie: «Bitte diesen Stapel nicht verändern».

Ist der Nachziehstapel aufgebraucht, beginnt die zweite Phase. Jetzt muss man nur noch eine Karte ablegen. Mehr ist aber immer erlaubt! In der zweiten Phase ist die Koordination einfacher, trotzdem heisst am Ende der Sieger meistens «The Game»...

Das Spiel endet, wenn ihr alle Karten abgelegt habt oder ein Spieler keinen gültigen Spielzug mehr ausführen kann. Bleiben weniger als zehn Karten übrig, spricht die Anleitung von einem guten Ergebnis.

Beurteilung

Ich war etwas skeptisch, als mir «The Game» empfohlen wurde. Die düstere Aufmachung und der nichtssagende Name wollten keine Begeisterungssprünge entfachen. Aber: Ich habe mich mächtig getäuscht!

The Game ist ein ausserordentlich gutes Kartenspiel! Die Regeln sind sehr einfach. Das Spiel ist damit eine ideale Wahl, wenn Einsteiger und Kenner gemeinsam am Spieltisch sitzen. Unsere Runden bestanden aus drei und vier Personen – alle hatten ihren Spass.

Während dem Spielen wurde mir klar, was das düstere Kartendesign soll. The Game ist gemein, ja richtig böse! Es ist sehr schwierig, den imaginären Gegner in die Knie zu zwingen, wenn man sich an die Regeln hält und nach einer Runde gründlich mischt. Aber irgendwie gilt hier sowieso:

«Gemeinsam zu verlieren, macht Spass!»

Wenn man nicht gewinnt, versucht man es einfach erneut. Aufhören ist schwierig. Das Team will es einfach schaffen. Das Kooperationsspiel lebt von der Kommunikation. Ich finde es spannend, dass jede runde seine eigene Verständigung entwickelt.

Einmal wird von «kleinen Hüpfern» gesprochen, dann befindet man sich in «No-go-Areas». Somit überzeugt The Game auf der ganzen Linie, um Teamgeist zu entwickeln. Lehrer bzw. Gruppenleiter sollten bedenklos zugreifen.

2015 gelang The Game der Sprung auf der Nominierungsliste für das Spiel des Jahres. Schlussendlich hat es zwar nicht ganz gereicht, aber die Kaufempfehlung bleibt. Die bekannten Spieleblogs vergaben durchweg positive Kritiken.

Verliert das Spiel seinen Reiz, wenn man es einmal bezwungen hat? Nicht wirklich, denn in einer neuen Zusammensetzung verläuft das Spiel wieder anders. Zudem verschärfen die Profivariante und sogenannte Feuerkarten die Bedingungen.

Spielcharakter

Komplexität
1
Viel einfacher geht nicht. Man braucht lediglich die Zahlen von 1 bis 100 zu kennen.
Glücksfaktor
2
Ein wenig Glück ist im Spiel. Ziehen alle schlechte Karten, ist The Game nicht zu bezwingen.
Strategie
2.5
Das Spiel kann sehr strategisch angegangen werden, indem man sich alles merkt und entsprechend legt. Aber auch die intuitive Herangehensweise ist möglich – ausgewogen!
Kommunikation
4
Das Spiel lebt von der Kommunikation zwischen den Spielern. Dabei gilt es abzuwägen, ob ein Mitspieler nur laut brüllt oder ob er tatsächlich eine Super-Kombo legen kann.
Hektik
1
Ein ruhiges Kartenspiel ohne jegliche Hektik.

Fazit

Man sollte sich nicht vom Namen und der Aufmachung blenden lassen. The Game gehört zu den besten kooperativen Kartenspielen überhaupt. Ideal für Gruppen mit unterschiedlichen Spielertypen.