Bei «Sea of Clouds» bekämpfen sich bis zu vier Piraten mit Luftschiffen in schwindelerregenden Höhen. Auf See kann es schliesslich jeder... Rum, Relikte und Gegenstände bringen dir Punkte ein. Vernachlässige aber nicht den Umgang mit Säbeln oder Macheten, sonst wirst du geentert.

Inhaltsverzeichnis:

    Ein neues Spiel auszuprobieren, ist wie ein Geschenk auszupacken: Man weiss nie, was einem erwartet. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stellt spielezar.ch jede Woche ein Gesellschaftsspiel ausführlich vor. Diese Woche: «Sea of Clouds»

    Anzahl Spieler
    2 bis 4
    Altersempfehlung
    Ab 10 Jahren
    Spieldauer
    40 Minuten

    Spielablauf

    Das Spielprinzip von Sea of Clouds ist leicht verständlich. Mit Karten sammelst du Siegespunkte. Dein Kartendeck ist besonders wertvoll, wenn deine Kollektionen vollständig sind. Wer die meisten Punkte einheimst, gewinnt. Nur wer sich die prunkvollsten Stücke des Schatzes ergattert, hat eine Chance.

    Jeder Mitspieler wählt ein Piratentableu aus. Sie unterscheiden sich nur optisch. Es spielt keine Rolle, ob du als «Madame Tching» oder «Duc de Plessy» agierst. Das Tableau hilft beim Ablegen der Karten. Sea of Clouds würde auch ohne Tableaus funktionieren, aber die Übersicht würde stark darunter leiden.

    Die Beute liegt griffbereit.

    Zu Beginn legt ihr den braunen Rundenanzeiger in die Mitte. Nach jeder Etappe wird das Luftschiff verschoben. An manchen Luftschaften stehen Kämpfe zwischen dir und deinen beiden Sitznachbarn an (rotes Schwertsymbol). Der Rundenanzeiger hält zudem den Schatz bereit.

    Karten Mechanismus

    Der Schatz besteht aus drei Teilen. Ein Anteil der Beute gehört dir, falls du ihn willst. Am Anfang des Spiels liegt bei jedem Anteil eine Karte. Der Startspieler sieht sich die erste Beute an. Ist er zufrieden, legt er die Karte vor sich ab. Die Beute wird mit einer Karte vom Nachziehstapel aufgefüllt.

    Der nächste Pirat wählt dadurch wieder eine der drei Karten aus. Er darf sich aber nur eine Beute nach der anderen ansehen. Lehnt er eine ab, gibt es kein Zurück mehr. Treibe deine Risikobereitschaft nicht auf die Spitze, du hilfst dadurch nur dem Gegner.

    Lehnt ein Luftmatrose den ersten Anteil ab, legt er als Bonus eine Karte vom Nachziehstapel auf diesen Teil des Schatzes. Dann schaut er sich die zweite Beute an. Hier trifft er wieder die selbe Entscheidung. Unattraktive Schätze werden dadurch schnell zum günstigen Schnäppchen.

    Lehnt man alle drei Beuten ab, darf man eine Karte vom Nachziehstapel ziehen. Der nächste Pirat reibt sich allerdings die Hände. Denn sein Vorgänger hat ihm eine traumhafte Auswahl hinterlassen. Auf einem Beutestapel liegen maximal drei Karten. Anschliessend machen Münzen den Anteil attraktiver.

    Karten Typen

    Wie du wahrscheinlich schon erahnst, gibt es bei Sea of Clouds nicht nur nützliche Karten. Manche sind schlecht, andere passen nicht in deine Sammlung. Ich mag die Relikte, aber unterschätze die drei andren Kartentypen nicht:

    1. Relikte
    2. Rum
    3. Gegenstände
    4. Piraten

    Relikte und Ruhm ähneln sich. Du kassierst richtig ab, wenn du mehrmals die selbe Karte hast. Der achtfache Sirenengesang wartet mit gigantischen 43 Punkten. Da du diese Karten offen ablegst, werden die anderen Piratenbanden deine Pläne durchkreuzen.

    Sind die Karten nicht wunderbar?

    Gegenstände bringen Punkte ein, stärken oder schwächen deine Kampfeinheit und haben manchmal Sondereffekte. Einige Gegenstandskarten dürfen verdeckt abgelegt werden. Deine Gegner wissen nun nicht genau, was du im Schilde führst.

    Was wäre ein Piratenspiel ohne Piraten? Selbstverständlich benötigst du für dein Schiff eine Mannschaft. Nach jeweils drei bis vier Spielrunden (siehe Rundenanzeiger) kreuzen die Luftpiraten ihre Klingen. Die Piratenkarten entscheiden darüber, wer in der Enterphase die Nase vorn hat.

    Du kämpfst dabei immer nur mit deinen direkten Nachbarn. Hast du mehr Piratenpunkte, gewinnst du den Kampf. Du erhältst Münzen. Manchmal klaust du sie auch von deinem Opfer. Besonders gefürchtet sind Piraten, die Karten klauen. Die Piraten gehen bereits nach einer Schlacht in Rente.

    Spielende

    Sind bei vier Spielern die 15 Runden ausgefochten, werden die Punkte zusammengezählt. Eine gesammelte Münze entspricht einem Siegespunkt. Die restlichen Punkte sind von deinem Kartendeck abhängig. Insbesondere vollständige Relikte Sammlungen machen dich zum König der Wolken.

    Beurteilung

    Wow. Dies war mein erster Eindruck, als ich die Schachtel von Sea of Clouds sah. Die Illustrationen sind wunderschön. Das zieht sich durchs ganze Spiel. Jede einzelne Karte hat Charme. Mich erinnert das Design an den Europa Park.

    Als Kind war ich mehrmals in Rust. Alles ist mit Liebe zum Detail gestaltet und dann gibt es da diese eine Piratenbahn. Sie ist ganz harmlos. Dennoch fahren einige Liebhaber mehrmals hintereinander und entdecken immer wieder neue Feinheiten. Genau so fühlt sich Sea of Clouds an.

    Die Spielidee von Théo Rivière richtet sich an Familien und Gelegenheitsspieler. Für Kenner bietet Sea of Clouds zu wenige Handlungsmöglichkeiten. Aber für diese Zielgruppe gibt es andere Kartenspiele wie zum Beispiel «7 Wonders».

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    Sea of Clouds ist wie die kleine Schwester von 7 Wonders. Die Gemeinsamkeiten sind frappant. Punkte sammeln, indem man Karten ablegt und wertvolle Grüppchen bildet. Kämpfe finden nur mit dem direkten Nachbarn statt. Sea of Clouds die perfekte 7 Wonders Alternative für Familien.

    Die Qualität des Spielmaterials ist ausgezeichnet. Etwas weniger euphorisch bin ich bezüglich Spielanleitung. Diese ist zwar ok und auch wunderschön ausgearbeitet, aber es fehlen doch einige Erklärungen. Nur drei Karten werden individuell erläutert. Da war man etwas gar sparsam.

    Spieltechnisch bietet Sea of Cloud wenig Neues. Das muss ein Familienspiel auch nicht. Entscheidend ist das Gesamtpaket und das stimmt! Ich wäre jeder Zeit bereit, mit Kindern Sea of Clouds zu zocken. Wichtig ist, dass alle intuitiv entscheiden und nicht zu lange nachdenken. Sonst wird das Spiel langatmig.

    Spielcharakter

    Komplexität
    2
    Sea of Clouds ist auch für Familien mit Kindern leicht zugänglich. Eine Testrunde ist nötig, um die Karten kennenzulernen.
    Glücksfaktor
    3
    Bei Familienspielen gehört Glück dazu. Sea of Clouds ist kein reines Glückspiel, aber die Beute ist nicht für jeden Piraten gleich attraktiv.
    Strategie
    2
    Soll ich Piraten anheuern? Jeder der eine Beute ablehnt, hinterlässt dem nächsten Piraten eine noch fettere Schatztruhe. Willst du dieses Risiko wirklich eingehen?
    Kommunikation
    2
    Es gibt wenige interaktive Elemente. In der Enterphase werden Kampfstärken miteinander verglichen und sofortige Aktionen ausgeführt.
    Hektik
    1
    Es spielt einer nach dem anderen. Das Spiel ist ruhig, sorgt aber auch für Wartezeiten. Siebenschläfer zerstören bei Sea of Clouds den Spielspass!

    Fazit

    Sea of Clouds ist ein Kartenspiel für Familien und Gelegenheitsspieler. Die atemberaubenden Illustrationen entführen dich in eine Fantasiewelt. Dort sammelst du Relikte wie das «Auge des Kraken» oder gönnst dir einen edlen Tropfen Rum.