Auf den Spuren Magellans! Mit dem Brettspiel «Expedition» von Wolfgang Kramer unternimmt die Familie eine Reise um die Welt. Wer versteht es am Besten, die drei Expeditionen in die gewünschten Orte zu lenken?

Ein neues Spiel auszuprobieren, ist wie ein Geschenk auszupacken: Man weiss nie, was einem erwartet. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stellt spielezar.ch jede Woche ein Gesellschaftsspiel ausführlich vor. Diese Woche: «Expedition»

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Spielablauf

Bei «Expedition – Abenteuer, Entdecken, Mythen» spielen zwar alle für sich und dennoch reist man als Gruppe. Jeder Teilnehmer erhält Expeditionskarten. Sie geben die Ziele an, die man bereisen muss, um Punkte zu sammeln.

Wer am meisten Punkte aufweist, gewinnt das Spiel. Wie viele Expeditionskarten man erhält, hängt von der Anzahl Mitspieler ab. Ich habe Expedition zu dritt gespielt und werde deshalb diese Variante erläutern. Das Spiel funktioniert mit mehr Entdeckern praktisch gleich.

Jeder Möchtegern-Kolumbus startet mit zwölf Expeditionskarten. Die ersten fünf sind der ganzen Runde bekannt. Man markiert sie auf der Spielfläche mit einem Ortsmarker. Die restlichen sieben Ziele kennen nur die jeweiligen Entdecker.

Expedition aus Sicht eines Spielers

Das Spiel endet, wenn ein Forscher seine geheimen (!) Ziele allesamt besucht hat. Dann werden die Punkte zusammengezählt, wobei jeder besuchte Ort mit einem Punkt belohnt wird. Bei der Wertung zählen die öffentlichen Zielorte auch mit.

Der Spass an diesem [link category="257" title="Brettspiel"] besteht in den drei Expeditionen. Amigo liefert satte 135 Expeditionspfeile aus Kunststoff mit. Mit ihnen beschreitet die Reisegruppe die Welt. Alle drei Forschungsfahrten beginnen im Zentrum Europas. Ist ein Spieler am Zug hat er zwei Möglichkeiten:

  1. Er legt einen Expeditionspfeil in eine Richtung
  2. Er setzt aus und schnappt sich dafür ein Reiseticket

Meistens legt man lieber einen Pfeil, als auszusetzen. Schliesslich will man mitbestimmen, wohin die Reise führt. Die Weltkarte ist mit einem spinnenartigen Netz überzogen und gibt die möglichen Richtungen eines Pfeiles vor. Dabei gilt es drei Verhaltensregeln zu beachten:

  1. Alle drei Expeditionen sind unabhängig. Sie sind mit unterschiedlichen Farben gekennzeichnet. Es dürfen nur Pfeile derselben Farbe an den Pfad angehängt werden.
  2. Die Pfeile werden immer ans Ende angesetzt.
  3. Man muss den Spielplan (Netz) folgen. «Freeriden» ist verboten!

Die drei Expeditionen sind im Gange und es konnten bereits einige Ortsmarker entfernt werden.

Sobald eine Expedition ein Reiseziel von mir erreicht, darf ich die entsprechende Karte ablegen oder den Ortsmarker vom Spielbrett entfernen. Diese Punkte sind im Trockenen. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich oder ein Mitspieler den letzten Pfeil gelegt habe.

Spezielle Felder und Reisetickets

Um das Spiel anzuheizen, ist das Spielbrett mit gelben und blauen Sonderfeldern übersäht. Wer ein blaues Feld betritt, darf gleich nochmals ziehen. Gelb zahlt sich in Form eines Reisetickets aus.

Aber wozu braucht man Reisetickets? Zu Beginn erhält jeder Spieler drei Stück. Sie bringen taktische Elemente in das Brettspiel Expedition. Setzt man nach seinem Zug noch ein Reiseticket ein, darf man entweder:

  • Einen weiteren Expeditionspfeil anlegen.
  • Einen Expeditionspfeil am Ende des Pfades entfernen.
  • Eine geheime Expeditionskarte abgeben und eine neue ziehen.
  • Eine Expeditionskarte ablegen, an dem die eine Expeditions bereits vorbeigerauscht ist. Diese Option bezieht sich auf die Tauschmöglichkeit zuvor.

Reisetickets sind kostbar... Pro Spielzug dürfen maximal zwei von ihnen eingesetzt werden. Glaub mir:

Zwei Reisetickets reichen aus, um eine Expedition auf den Kopf zu stellen.

Beurteilung

Expedition ist ein Familienspiel mit Lernfaktor. Einerseits erfährt man einiges über Geografie, andererseits sind die Karten mit einem kurzen Text ausgestattet, welche geschichtliche Aspekte erklären. Beim Ablegen einer Karte liest man die Information laut vor. So lernen alle etwas!

Hättest du es gewusst?

Obwohl das Spiel relativ einfach zu erlenen ist, weist es einige taktische Kniffe auf. Welche Expedition treibe ich voran? Wo steuern die Mitspieler ohnehin mein Ziel an? Trotzdem: Geübte Spieler gewinnen selten überlegen.

Es passiert nie, dass jemand alle Karten ablegt und der Andere keinen Zielort besucht hat. Das macht es zum idealen Familienspiel, wo alle ihren Spass haben. Während dem Spiel ist meistens nicht klar, wer gewinnen wird.

Das Spiel hat auch eine kleine Schwäche, und zwar die Übersicht. Zu Beginn muss man sich erstmals orientieren, obwohl unterschiedliche Farben dabei helfen. Wer die Spielfläche auf dem Kopf betrachtet, hat es doppelt schwer.

Ich mag das Spiel, aber es gehört nicht zu meinen Lieblingen. Kommen Kinder zu Besuch, werde ich es aber gerne wieder aus dem Regal nehmen! Unterstrichen wird dies an den Auflagen. «Amigo» ist bereits der dritte Verlag, der dieses Spiel auf den Markt bringt.

Spielcharakter

Komplexität
2
Das Spielprinzip ist schnell verständlich und die erste Runde beginnt nach 20-30 Minuten. Für die zweite Runde ist man nach zwei, drei Minuten startklar.
Glücksfaktor
3
Wenn die Karten geografisch nahe beieinander liegen, ist das hilfreich. Zudem können auch die Spielzüge der Gegner mehr oder minder glücklich für einem selbst ausfallen.
Strategie
2
Es gibt strategische Elemente. Wie setze ich meine Reisetickets ein? Welche Expedition lasse ich erstmals links liegen?
Kommunikation
3
Vorlesen der Hintergrundinformationen auf den Karten und wahre Entdecker haben immer eine Geschichte in der Hinterhand!
Hektik
1
Es zieht einer nach dem Anderen. Hektik kommt keine auf.

Fazit

Expedition ist ein Brettspiel für Familien und evtl. Gelegenheitsspieler. Die Regeln sind einfach und klar verständlich. Kinder und Erwachsene frischen dabei ihre Geografie- bzw. Geschichtskenntnisse auf. Bist auch du ein grosser Entdecker?