Die Deutschen sind Weltmeister darin: Am morgen früh aufstehen, Badetuch nehmen und eine Liege am Pool besetzen. Bei «Cool am Pool» dreht sich alles um die besten Plätze. «Dr Schnäller isch dr Gschwinder». Ob sich die Gäste und der Bademeister das gefallen lassen?

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    Ein neues Spiel auszuprobieren, ist wie ein Geschenk auszupacken: Man weiss nie, was einem erwartet. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stellt spielezar.ch jede Woche ein Gesellschaftsspiel ausführlich vor. Diese Woche: «Cool am Pool»

    Anzahl Spieler
    2 bis 4
    Altersempfehlung
    Ab 8 Jahren
    Spieldauer
    40 Minuten

    Spielablauf

    Bei Cool am Pool platziert man die Spielfläche in die Mitte des Tisches. Jeder Mitspieler schnappt sich die Tüchlein und Badegäste seiner Farbe. Der jüngste Spieler darf beginnen. Er besetzt eine Liege, indem er ein Tuch ohne Person drauflegt. Danach folgt der nächste Spieler.

    Das geschieht so lange, bis alle 24 Liegen mit einem blanken Tuch reserviert sind. Nur die beiden Plätze direkt am Pool sind tabu. Jetzt beginnt der eigentliche Spielmechanismus:

    1. Würfeln – bei Bedarf mehrmals
    2. Den Bademeister bewegen – falls notwendig
    3. Eine Sonnenliege mit einem Gast besetzen – falls möglich

    Spielziel

    Ziel des Spiels ist es, möglichst viele und vor allem begehrte Plätze rund um den Pool zu sichern. Je näher sich eine Sonnenliege am Pool befindet, desto wertvoller ist sie. Besetzte Liegen geben zwischen 2 und 5 Punkten. Wer am meisten Punkte sammelt, avanciert zum Pool-König.

    Eigene Sonnenliege sichern

    Das Tüchlein zu platzieren, reicht nicht aus. Damit reservierst du einen Platz, aber du musst ihn auch noch sichern. Alle Liegen sind mit einer Farbe (Spalte) und einer Zahl (Reihe) versehen. Um eine Sonnenliege zu sichern, benötigt man beim Würfeln genügend oft die entsprechende Farbe. Ein Beispiel:

    Cool am Pool Spielfläche

    Der blaue Spieler hat soeben gewürfelt. Sein Zielobjekt ist die gelbe Dreierliege. Dort möchte er seinen Platz ins Trockene bringen. Den Bademeister legt er sofort zur Seite sowie die zwei gelben Würfel. Mit dem Rest versucht er sein Glück erneut. Erhält er einmal Gelb, darf er sein Tuch umdrehen.

    Pro Wurf darf man beliebig viele Farbwürfel zur Seite legen, allerdings immer mindestens einer. Der Bademeister wird nicht mitgezählt. Bei ihm hat man keine Wahl. Er muss immer zur Seite gelegt werden. Die Funktion des Bademeisters klären wir später.

    Fremde Sonnenliegen erobern

    Das funktioniert identisch wie beim Sichern. Erfüllst du die Voraussetzungen mit den Würfeln, darfst du deinen Badegast auf ein Tüchlein des Gegners legen. Natürlich nur, wenn dort nicht schon eine Person ruht. Als Bonus erhältst du zwei Luftbälle. Diese geben am Schluss zusammen einen Punkt.

    Du kannst aber auch einen Luftball investieren, wenn du Pech beim Würfeln hattest. Du darfst dann erneut würfeln. Liegt eine fremde Person auf einem Tuch, ist dieser Platz umkämpft. Wer zum zweiten Mal entsprechend würfelt, kann sich den Platz definitiv sichern.

    Die Fünfer Sonnenliege

    Das sind die VIP Plätze der Anlage. Sie kosten dementsprechend. Um eine Fünferliege zu ergattern, benötigt man fünfmal dieselbe Farbe. Welche Farbe spielt keine Rolle. Hast du es geschafft, gehört die Sonnenbank dir, und zwar definitiv. Du darfst ein Badetuch mit Person hinlegen.

    Der Bademeister

    Der Bademeister ist streng, sein Blickfeld begrenzt. Er läuft um die Liegeplätze herum. Immer wenn du einen Bademeister würfelst, geht er einen Schritt weiter. Dort wo er steht, kannst du keine Aktionen durchführen. Entweder blockiert er eine Farbe (Spalte) oder eine Zahl (Reihe).

    Der Bademeister

    Spielende

    Wenn nur noch vier Liegen unbesetzt sind, ist das Spiel zu Ende. Nun wird ausgezählt. Du erhältst pro Badtuch mit Gast die Punkte der Reihennummern. Liegt einer deiner Gäste auf einem fremden Tuch, gibt es nur einen Punkt. Zwei Bälle entsprechen einem Punkt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

    Beurteilung

    Cool am Pool von Hartwig Jakubik ist ein reines Familienspiel. Ich denke, dass es für Gelegenheitsspieler zu simpel ist. Kindern werden ihren Spass am kurzweiligen Würfelspiel finden. Ein toller Einstieg in die Welt der Gesellschaftsspiele: Die Regeln sind einfach und klar. Das Spielmotto ist cool.

    Taktische Möglichkeiten gibt es wenig. Das Glück beim Würfeln ist wichtiger. Dabei wird auch die Risikobereitschaft der Kinder bzw. Erwachsenen getestet. Hör ich auf mit Würfeln und sichere mir einen Dreier oder gehe ich aufs Ganze und riskiere, dass der Bademeister meine Farbe blockiert?

    Das Spielmaterial von Piatnik ist wertig. Die Würfel und der Bademeister sind aus Holz. Die Gäste und Tücher bestehen aus stabilen Karton. Die Schachtel ist leider etwas gross für den Inhalt. Somit transportiert man relativ viel Luft, wenn man das Brettspiel mit in die Ferien nimmt.

    Spielcharakter

    Komplexität
    1
    Ein simples Spiel für Kinder und Familien. Die Regeln sind klar und strukturiert beschrieben.
    Glücksfaktor
    4
    Der Spielmechanismus basiert auf den Würfeln. Gerade gegen Ende des Spiels dominiert das Glück.
    Strategie
    1
    Gehe ich auf Risiko oder sichere ich ab? Welche Farbe visiere ich an, sodass der Bademeister mich nicht blockiert? Tiefe Strategien gibt es nicht.
    Kommunikation
    2
    Kommuniziert wird relativ selten. Stiehlt aber jemand Plätze, kann es schon mal zu Meinungsverschiedenheiten kommen :)
    Hektik
    1
    Es ist ein ruhiges Spiel, da keine simultanen Aktionen stattfinden.

    Fazit

    Mit Cool am Pool stellt Piatnik die Spielewelt nicht auf den Kopf. Die Spielidee ist witzig, aber es bleibt ein solides Einsteigerspiel für Kinder und Familien. Wenn Cool am Pool Lust auf weitere Brettspiele weckt, ist das Ziel erreicht.