Bei «Auf Achse – das Spiel um Brumis, Frachten und Moneten» vom Schmidt Spieleverlag laufen die Motoren heiss. Die Spieler agieren als Transportunternehmer. Es gilt clevere Routen zu planen, Aufträge zu ergattern und den Lastwagen optimal auszulasten.

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    Ein neues Spiel auszuprobieren, ist wie ein Geschenk auszupacken: Man weiss nie, was einem erwartet. Um etwas Licht ins Dunkle zu bringen, stellt spielezar.ch jede Woche ein Gesellschaftsspiel ausführlich vor. Diese Woche: «Auf Achse»

    Anzahl Spieler
    2 bis 6
    Altersempfehlung
    Ab 8 Jahren
    Spieldauer
    45 bis 60 Minuten

    Warum verstopfen LKW's unsere Autobahnen? Weil man Obst und Gemüse nicht per E-Mail verschicken kann! So aktuell ist das 1987 erfundene Brettspiel: S´Spiu vo Laschtis, Warä u Chölä. Ich stelle die überarbeitete Version aus dem Jahr 2007 vor.

    Spielablauf

    Du bist Dreh- und Angelpunkt eines Transportunternehmens. Dein Job ist es, deinem Chauffeur lohnende Aufträge zuzuschanzen und Leerfahrten zu vermeiden. Das heisst: nur passende Aufträge zu akquirieren, clevere Routen zu planen und mit einem vollen Anhänger die Tour zu bewältigen.

    Ziel ist es, lohnende Transportaufträge zu erledigen und dabei möglichst viel Gewinn zu erzielen. Es gewinnt der Unternehmer, der am Schluss am meisten Geld besitzt. Natürlich läuft bei auf Achse nicht alles rund:

    Staus, Pannen und Konkurrenzunternehmen funken dazwischen.

    Das Transportgut (schwarze Kisten) wird auf den Ladeplatz des Spielplans gelegt. Die gemischten Ereigniskarten legt man auf das entsprechende Feld des Spielplans. Das Startkapital beträgt 5 000 Euro.

    Ein Spieler übernimmt zusätzlich die Aufgabe der Bank. Keine Angst, sie ist ohne grossen Aufwand zu führen. Nicht so wie zum Beispiel beim Monopoly.

    Monopoly – das meist überschätzte Brettspiel aller Zeiten Monopoly – das meist überschätzte Brettspiel aller Zeiten
    Würfeln, Kaufen, Tauschen. Seit acht Jahrzehnten füllen die Grossverteiler ihre Regale mit Monopoly, als gäbe es keine anderen Brettspiele. Monopoly ist das...

    Jeder Unternehmer erhält verdeckt drei Aufträge. Bei vier Spielern werden zusätzlich 20 Karten als verdeckter Stapel neben den Spielplan gelegt. Überzählige Karten werden weggelegt. Die obersten vier Karten platziert man offen auf die Auftragskartenfelder auf dem Spielplan.

    Jeder Spieler bekommt einen Lastwagen seiner Wahl und stellt ihn auf ein beliebiges Feld des Spielplans. Am besten auf ein Feld, das sich aufgrund seiner drei Auftragskarten und den vier öffentlichen Aufträgen strategisch aufdrängt.

    Auf Achse - Brettspiel

    Würfeln und Fahren

    Die beiden Würfel entsprechen dem Diesel im Tank. Man würfelt mit beiden Würfeln, bewegt seinen Lastwagen aber entsprechend der Augenzahl eines(!) Würfels in eine beliebige Richtung. Auf jedem Feld können maximal zwei, in einer Stadt beliebig viele Trucks stehen.

    Es besteht kein Zwang, die Würfelzahl voll zu nutzen. Überflüssige Würfelpunkte können zum Anfahren von Start- und Zielorten sowie vor dem Baustellen- bzw. Stauschild entfallen. Wer eine Sechs würfelt, zieht frei zwischen 1-6 Feldern. Schiffsfahrten funktionieren wie Strassen.

    Ereignisfelder

    Ereignisfelder sind mit einem Schild «Achtung» gezeichnet. Wer hier Halt macht, ohne dass er Würfelpunkte verfallen liess, nimmt eine Ereigniskarte und erledigt die beschriebene Aktion. Sie sind meistens positiv.

    Baustelle und Stau

    Wer eine gewürfelte 1 wählt (oder eine gewürfelte 6 als 1 nutzt), fährt ein Feld weiter und darf anschliessend das Schild «Baustelle» neu platzieren. Das Schild sperrt die betreffende Strasse. Es darf jedoch nicht auf Städte oder besetzte Felder gestellt werden.

    Ähnlich funktioniert das «Stau» Schild. Es gilt jeweils für eine Runde und kommt bei einigen Ereigniskarten zum Einsatz. Durch diese taktischen Elemente können fremde Lastwagen zum Warten oder zu einem Umweg gezwungen werden.

    Auftragskarten

    Auftragskarten zeigen einen Start- und Zielort. Wer einen Auftrag ausführen möchte, lädt die angegebene Transportmenge, wenn er auf dem Startort steht. Die Auftragskarte wird nun offen hingelegt, sodass die anderen Transportunternehmer den Zielort ebenfalls kennen.

    Der Chauffeur muss nicht zwingend direkt zum Zielort fahren, sondern kann weitere Startorte anfahren, um weitere Ladungen aufzunehmen. Voraussetzung er hat auf dem Lastwagen oder einem allfälligen Anhänger noch Platz.

    Sobald ein Spieler den Zielort erreicht, entlädt er die Waren und legt sie auf den Ladeplatz zurück. Die Auftragskarte wird auf den Ablagestapel abgelegt. Der Auftrag ist erledigt und der Spieler erhält von der Bank das entsprechende Geld.

    Anhänger

    Jeder Lastwagen kann maximal sechs Kisten laden. Ein Auftrag muss immer komplett ausgeführt werden. Teilmengen sind nicht möglich. Wenn die Ladekapazität des Lastwagens nicht ausreicht, kann man Anhänger kaufen. Zur Verfügung stehen:

    • Grosse Anhänger mit Platz für sechs zusätzliche Waren. Preis: 3000 €
    • Kleine Anhänger mit Platz für vier Waren. Preis: 2000 €

    Öffentliche Aufträge

    Wenn ein Spieler die Würfelzahl komplett nutzt und mit seinem Lastwagen in einer Stadt ankommt, darf er einen der vier offen ausliegenden Aufträge wählen. Bekunden auch andere Spieler Interesse an der Karte beginnt ein Wettbieten.

    Alle interessierten Spieler geben der Reihe nach – wie bei einer Auktion – vordefinierte Angebote ab. Der Spieler, der den öffentlichen Auftrag gewählt hat, braucht gegenüber seinen Mitbewerbern nicht zu überbieten. Es reicht, wenn er mit dem Höchstgebot gleichzieht.

    Die Angebote sind auf der Auftragskarte von 1 bis 5 durchnummeriert. Die Tabelle zeigt ausserdem, den verbleibenden Netto-Erlös. Der Ersteigerer bezahlt den Kaufpreis sofort an die Bank. Bietet kein Unternehmer mit, wandert die Karte ohne Zahlung zum Spieler, der den Auftrag gewählt hat.

    Die entstandene Lücke bei den öffentlichen Aufträgen wird geschlossen, in dem die restlichen Aufträge in Pfeilrichtung nachrücken. Auf das freie Feld in der Ecke wird vom verdeckten Stapel ein neuer Auftrag ausgelegt.

    Wenn ein Spieler eine Stadt besucht, aber kein Interesse an einem öffentlichen Auftrag hat, verlässt der Auftrag, der neben dem Ladeplatz liegt, das Spiel. Anschliessend rutschen die Aufträge nach und auf das frei gewordene Feld in der Ecke wird vom Stapel ein neuer Auftrag ausgelegt.

    Spielende

    Der Verzicht auf öffentliche Aufträge ist zum Spielende eine Möglichkeit das Spiel zu beschleunigen, wenn man sich im Vorteil wiegt. Auf Achse endet, wenn keine öffentlichen Aufträge auf dem Spielplan liegen und ein Spieler alle seine Aufträge erledigt hat.

    Nun zählen Spieler ihr Geld. Nicht ausgeführte Aufträge oder noch vorhandene Anhänger bringen keinen Ertrag. Es ist ratsam, seine Anhänger zuvor verhökern und zumindest die Hälfte der Anschaffungskosten einzustreichen.

    Beurteilung

    Auf Achse dauert rund 45 Minuten. In lockerer Atmosphäre dürfen sich die Chauffeure ausnahmsweise ein Glas Wein gönnen. Herausforderungen gibt es einige. Route planen, aber trotzdem flexibel bleiben. Aufträge ersteigern, Anhänger anlegen und die Konkurrenz bremsen.

    Die restlichen Unternehmer hält man mit taktischen Tricks im Schach: Man sperrt eine Zufahrtsstrasse oder bietet bei öffentlichen Aufträgen nur mit, um den Preis hochzutreiben. Die letzte Strategie kann jedoch auch gründlich schief gehen.

    Auf Achse wurde von Wolfgang Kramer erfunden. Das spricht bereits für sich. Es gibt wahrscheinlich nur noch einen besseren Indikator für die Qualität eines Gesellschaftsspiels – der «Spiel des Jahres» Award. Diesen gewann auf Achse 1987.

    Spiel des Jahres – der Oscar der Spielebranche Spiel des Jahres – der Oscar der Spielebranche
    Manche Brettspiele stechen aus der Masse heraus. Sie glänzen mit verständlichen Spielregeln, vernünftigen Spielzeiten und modernen Spielmechanismen. Eine...

    Gute Geografiekenntnisse helfen, um sich schneller auf der Spielfläche zurechtzufinden. Wo liegt Hannover nun schon wieder? Wer die relevanten Standorte ständig von Neuem suchen muss, ist im Nachteil. Aber man kommt relativ schnell rein und lernt etwas!

    Mit Basel, Bern, Zürich und Genf sind auch vier Schweizer Städte ins Spiel integriert. Es ist ein Spiel für Muskelmänner und clevere Frauen. Ganz nach dem Motto «Vor uns die Sonne, im Rückspiegel die Sterne».

    Das Würfelglück ist dank den flankierenden Regeln limitiert ist und somit gewinnt der beste Planer und Taktiker. Die Spielfläche bzw. Symbole sind schön und übersichtlich gestaltet. Das Spielmaterial ist nicht speziell, aber solide.

    Spielcharakter

    Komplexität
    2
    Ein einfaches Spiel schnellem Spielstart.
    Glücksfaktor
    2
    Wer gute Geografiekenntnisse und einen durchdachten Plan hat, ist im Vorteil. Aber es braucht auch Glück und manchmal hat man einfach nur Pech.
    Strategie
    3
    Welche Route soll ich fahren? Benötige ich einen Anhänger? Kann ich einen weiteren Auftrag reinholen? Was machen macht die Konkurrenz? Es gilt, die Übersicht zu behalten.
    Kommunikation
    2
    Bei diesem lockeren Brettspiel wird geschwatzt, gelacht und eifrig geboten.
    Hektik
    1
    Ein unterhaltsames Spiel ohne wirkliche hektische Elemente.

    Fazit

    Auf Ache ist ein kurzweiliges Brettspiel mit geografischen Elementen. Entscheidend ist wer clevere Routen plant. Etwas Glück beim Würfeln gehört auch dazu. Vor allem für Gelegenheitsspieler und Familien mit Kindern ab ca. acht Jahren zu empfehlen.